Walter Neumann

Nachruf auf Walter Neumann

    Mein Vater Walter Neumann wurde geboren am 08. September 1926 in Böhmisch Kamnitz. Der Name dieser kleinen Stadt in Nordböhmen wird den meisten Bundesbürgern heute wohl nicht mehr viel sagen. Dabei wurde auch sie bis 1946 mehrheitlich von Menschen bewohnt, die sich dem deutschen Sprachraum und dieser Kultur zugehörig gefühlt haben.

    Seine Kindheit hat der Sohn des in Heinersdorf an der Tafelfichte geborenen Kaufmannes Felix Neumann wohl recht behütet zunächst in dieser Gemeinde verbracht. Später zog die Familie zurück nach Raspenau im Kreis Friedland, ebenfalls in Nordböhmen gelegen. Diesen Kreis, dem mindestens zurück bis 1550 alle Vorfahren seiner Familie väterlicher- und mütterlicherseits entstammten, betrachtete er zeitlebens zu recht als seine Heimat.

    Soweit mir bekannt ist waren meine Grosseltern politisch nicht sehr aktiv, was unter den damals obwaltenden Umständen nichts ungewöhnliches war. Wie die Familie dem Nationalsozialismus gegenüber stand, ist mir nicht näher bekannt, besondere Anhänger sollen sie nicht gewesen sein. Sicher verhielten sie sich aber nicht anders, als der Grossteil der deutschen Bevölkerung in allen Teilen des Deutschen Reiches. Mein Vater selbst war 1933 erst 7 Jahre alt und zählte 1944 zur Zeit seiner Aufnahme des aktiven Dienstes in der Wehrmacht somit auch erst 17 Jahre.

    Nach seinen biographischen Aufzeichnungen verspürte Walter Neumann zu dieser Zeit die aus heutiger  Sicht  sicher  falsche,  aber  damals  bewusst durch  das  System  geschürte  Begeisterung - eher wohl Verpflichtung - für die angeblich wichtige Sache des Krieges und nahm so als aktiver Soldat am Krieg und an den dem Ende zulaufenden Rückzugsgefechten teil. Zuletzt geriet er dann noch in russische Kriegsgefangenschaft.

    Auf abenteuerlichen Wegen gelangte er in der Folge nach Görlitz/Zittau, wo er aber nur noch von der Grenze aus Sicht auf den Kreis Friedland nehmen konnte, ohne noch einmal einreisen zu dürfen. Ich erspare mir an dieser Stelle die komplizierten Beschreibungen, wie nach Krieg und Vertreibung die Familie Neumann im Sauerland unter teils abenteuerlichen Umständen wieder zusammenfand.

    Mein Vater arbeitete einige Jahre als Melker auf einem Bauernhof im Sauerland und ergriff dann eine Chance zu einer landwirtschaftlichen Lehre, die ihn weiter zu einer Ausbildung zum Berufsschullehrer für Landwirtschaft nach Wilhelmshaven brachte und schliesslich zur Festanstellung als Berufsschullehrer in Münster führte. Walter Neumann heiratete Maria Schlotböller aus Dolberg in Westfalen. Dieser Ehe erwuchsen 4 Kinder und 8 Enkelkinder.

    Sehr aktiv war Walter Neumann im Ehrenamt als langjähriger Vorsitzender des DJK Sportclubs Nienberge, aber auch im Gemeinderat der damals noch selbständigen Gemeinde. Weiter konnte man ihn in vielen verschiedenen Rollen erleben, gelegentlich tat er sich sogar als Büttenredner hervor, was ich als Kind immer sehr bewundert habe.

    Uns Kindern war er ein treu sorgender Vater. Sicher war er nicht immer ein angenehmer Gesprächspartner, besonders wenn es um “ernste Dinge des Lebens” ging. Er konnte dann schon recht streng sein. Aber ich empfand ihn immer als absolut verlässlich und gerecht.

    Diese kurzen Beschreibungen beschreiben alles in allem wohl das Bild eines erfolgreichen Menschen, der mit beiden Beinen im Leben stand und sicher sehr zufrieden hätte sein können mit dem, was er in seinem Leben angestoßen, was er bewegt und was er erreicht hat.  Aber genau das war er nach meinem Empfinden selten: so richtig tief zufrieden. Und natürlich überlegt man, warum war das so? Was verhinderte die Gelassenheit und Freude am puren Leben? Ich vermute hier durchaus Zusammenhänge mit seiner Lebensgeschichte.

    Die Bevölkerung in Deutschland ist 1945 sehr schnell zur Tagesordnung übergegangen. Das Trauma, welches sich in allen Schichten der Bevölkerung hätte abspielen müssen, hätte eigentlich dramatisch sein müssen. Man hätte darüber sprechen sollen, man hätte es aufarbeiten können und aufarbeiten müssen. Leider hat man die Erlebnisse eher verschwiegen, zumal es damals nicht üblich war Traumatisierten psychologische Hilfe anzubieten, wie man es heute meistens tut. Es wären ja auch viel zu viele gewesen.

    Einer riesigen Zahl an Jugendlichen und jungen Erwachsenen wurde nach dem verlorenen Krieg lapidar mitgeteilt, sie hätten sich für falsche Ideale eingesetzt und damit habe man sich versündigt und man habe folglich dafür zu büssen gehabt.

    Natürlich, wie das wohl immer so ist, nicht alle büssen gleich: Einige hatten kaum oder wenig verloren und konnten eigentlich, wenn auch sicher mit Einschränkungen auf eingefahrenen Wegen weitermachen, andere waren zwar ausgebombt oder hatten materielle Einbussen erlitten, aber lebten immerhin in einer gewissen erhalten gebliebenen sozialen Infrastruktur auch menschlicher Beziehungspartner, die es gewährleistete zumindest diesbezüglich einen guten Neuanfang wagen zu können.

    Da gab es aber auch 16 Millionen Heimatvertriebene und Flüchtlinge die vollständig aus ihren sozialen Bezügen gerissen waren. Die als Fremde in das eigene Land verjagt wurden und dort keineswegs begeistert aufgenommen wurden.

    Frau Dr. Krieger, eine ehemalige Lehrerin aus Bad Mergentheim, die ich sehr schätze, selber Vertriebene aus Ostpreussen, hat dies einmal so formuliert:

    „Man hat die Fakten, die hier in Rede stehen, mit einer Menge hübscher Bezeichnungen umwickelt, wie Bonbonpapierchen. Ein Bundespräsident nannte die Flucht „eine unfreiwillige Wanderung“, als handele es sich um einen ungeliebten Klassenausflug, vor dem man sich ja mit Hilfe eines Entschuldigungszettels hätte drücken können. Die Vertreibung verniedlichte man weiter als „Abschub“, „Bevölkerungstransfer“, „Bevölkerungsverschiebung“ oder „Aussiedlung“.

    Hier sei festgehalten: es handelte sich um Flucht und Vertreibung, daran ist nichts zu beschönigen.

    Jeder Vertriebene gehört also zu jenen Millionen deutscher Menschen, die politisch scheinbar korrekt formulierende Zeitgenossen oft als „Heimwehtouristen“ abtun – eine Bezeichnung, die man übrigens nur diesen Flüchtlingen und Vertriebenen um die Ohren haut. Die Familien mussten aus ihrer angestammten Heimat fliehen und wurden dann nach Ost- oder Westdeutschland vertrieben.

    Jene, die ein ähnliches Schicksal erfuhren, brauche ich mit den näheren Umständen nicht vorbereitend bekannt zu machen. Aber denen, die in ihrer Heimat bleiben durften oder die jung genug sind um all diese Ereignisse höchstens als geschichtliche Randerscheinung anzusehen, seien ein paar Erläuterungen zugemutet:

    Was sahen denn die Menschen im Westen Deutschlands im Jahr 1945, als die ersten Vertriebenen auf den Bahnhöfen aus den Zügen quollen?

    Die Einheimischen sahen sich einer Schar gleichförmig unansehnlicher Gestalten gegenüber, denen man anmerkte, dass sie schon eine Zeitlang herumgeschubst worden waren, in ziemlich mitgenommener Kleidung, heruntergekommen und seltsam aus der Form geraten. Ihr dürftiges Gepäck verdiente nur ein Nasenrümpfen.

    Da standen sie nun vor den wohlgepflegten, vom Krieg verschonten Höfen und Eigenheimen der verwurzelten Bürger – und wollten eingelassen werden. Sie hatten weder Tisch noch Stuhl, weder Bett noch Schrank und nichts, was sie dort hineinlegen könnten. So wie sie aussahen, konnte man sich nicht einmal vorstellen, dass sie derlei überhaupt jemals besessen hatten. Man würde ihnen wohl zeigen müssen, wie man einen Lichtschalter und die Wasserspülung bedient.

    Die Zeiten waren schlecht genug, man hatte selbst nur das Nötigste – oder das, was ein Mensch in geordneten Verhältnissen für das Nötigste halten mochte. Und nun sollte man davon gar noch etwas abgeben und zusammenrücken.

    Die Sprache der Neuen war befremdlich, die Provinzen im Osten Deutschlands, aus denen sie aus Gründen kamen, die man gar nicht so genau erfahren wollte, kannten die Einheimischen im Westen höchstens flüchtig.

    Es war zunächst nicht leicht für die aufgenötigten Gäste und die Gastgeber wider Willen, miteinander pfleglich umzugehen.

    Das war der Anfang, aber, Gott sei Dank, es wurde besser. Beide Seiten entdeckten in den Fremden die Menschen.

    Die Flüchtlinge und Vertriebenen hatten die Erfahrung gemacht, dass man aus Flucht, Raub, Plünderung, Vertreibung und Gefangenschaft nur das wirklich rettet, was man im Kopf und im Herzen hat. Sie hielten ihre Kinder zum Lernen und Streben an, sie mühten sich, wieder zu Eigentum und Ansehen zu kommen. Sie nahmen teil am Leben im Ort, in den Vereinen und in der Politik.

    Aus allen Fährnissen und Fürchterlichkeiten hatten sie ihren Glauben gerettet. Man kann auch sagen, ihr Glaube habe sie gerettet. Den setzten sie nun als eine geübte Gemeinsamkeit ein. Er war ihnen die Brücke zu den Menschen in der neuen Umgebung.

    Die als Fremdlinge Gekommenen lebten sich ein, sie sagten bald schon statt „Sonnabend“ „Samstag“, sie lernten, dass Krumbirn keine Obstsorten sind, dass süddeutsche Füsse bis zur Hüfte reichen, und dass eine „Bühne“ in einem Wohnhaus nicht für Theateraufführungen gebaut wurde. Ihren heimatlichen Dialekteinschlag hüteten sie als einen Seelenquell.

    Sie wurden heimisch und schlugen Wurzeln, vielleicht nicht ganz so tiefe wie die, die sie aus dem heimatlichen Boden reissen mussten, aber es reichte zu einem guten und erspriesslichen Leben.

    Soweit jemand über diese Zeiten berichtet, ist es ein Akt der Auflehnung gegen den Zwang des Zeitgeistes zur selektiven Erinnerung. Viele dieser Berichte sind auch so etwas wie nachgeholte Vorstellungen unter Menschen, die bereit sind, einander freundlich zu begegnen. Oft erzählt jemand, der seinen lebenslang gewonnen Freunden oder Familienmitgliedern etwas über seine Wurzeln mitteilen möchte. Wir sollten ihnen mit offenen Ohren und einem offenen Herzen begegnen.“

    Soweit Frau Krieger. Ich denke Sie hat etwas ausgesprochen, was anders nicht besser dargestellt werden kann

    Das die Eingliederung der Heimatvertriebenen allen Widrigkeiten zum Trotz letztlich doch weitgehend gelang, ist zunächst auch den Betroffen selbst zu verdanken, aber ebenso den Ortsansässigen, die Eingliederung zugelassen haben. Sie stellte eine gewaltige Leistung vieler Menschen der beiden jungen deutschen Staaten dar.

    Verdrängt wurden dabei aber doch die psychischen Auswirkungen der Vertreibung. Nicht nur, dass sich kaum jemand darum so richtig gekümmert hat, sondern es war sogar so, das den Betroffenen dargelegt wurde, sie hätten gar keinen Grund, sich zu beklagen. Es gehe Ihnen doch gut. Leider funktioniert das menschliche Gehirn anders.

    Dann kamen die Ostverträge, selbst diejenigen politischen Kräfte, die lange Zeit oft aus recht egoistischen Gründen – es ging eher um das Gewinnen von Wählerstimmen – sich der Vertriebenen bedient hatten und sicher zuweilen auch falsche Hoffnungen geschürt hatten, schwenkten nun unversehens um. Ich denke noch heute oft an ein Schild, welches an der Ortsgrenze meines Heimatortes Nienberge an der Strasse nach Roxel gestanden hatte, auf dem zu lesen stand: Deutschland drei geteilt – niemals. Diese Schild ist dann auch irgendwann einmal sang und klanglos verschwunden. Ich erinnere mich noch heute, dass ich als Kind lange Zeit den Sinn dieses Schildes nicht erkannt habe, es aber auch unterliess meinen Vater danach zu fragen. Die Vertreibung und Teilung Deutschland war auch in meiner Familie eben kein alltägliches Thema.

    Ich gehe davon aus, dass mein Vater oft das Gefühl hatte, einen Makel zu tragen. Heimatvertriebene, das hat sich bis heute nicht richtig geändert, sind vielen, die gar nicht wissen, was da geschehen ist ein Dorn im Auge, ein Stachel im Fleisch: Sobald sie sich zu erkennen geben, lösen sie unangenehme Erinnerungen aus. Es ist daher ein einfacher Abwehrmechanismus, ihre besonderen Bedürfnisse zu verneinen und so kommt sehr schnell der Begriff des Revanchismus in das Spiel.

    Astrid von Friesen schreib in einem Buchartikel unter den Überschrift „Der lange Abschied, psychische Spätfolgen für die zweite Generation deutscher Vertriebener“:

    Besonders bei Flüchtlingen und deren Kinder gibt es vier Bewältigungsmechanismen:

    1. Trotz: Man kultiviert das Anderssein. Zum Beispiel die eigene Religion, die eigene Sprache, lebt vielleicht in selbstgewählten Gettos und isoliert sich von der Gesellschaft.

    2. Resignation: einhergehend mit Krankheit, Depression und Süchten. Aufgrund des Gefühls wurzel- und heimatlos zu sein, klammern sich diese Menschen verzweifelt an übrig gebliebene Familienangehörige und belasten die Umgebung mit nicht enden wollenden Klagen und selbstzerstörerischem Verhalten.

    3. Revanchismus: Die Flucht in die Phantasie von Rückkehr, Wiedergutmachung ihrer Schmach und der Rache an den Vertreibern. Nicht selten kommt es zu unversöhnlichem Hass bis in die nachfolgende Generation hinein

    Und 4. Überanpassung durch Leistung: Um die innere Scham zu kompensieren entwickeln diese Flüchtlinge enorme Anstrengungen, zeigen hervorragende Leistungen und versuchen sich durch Prestige und soziale Position zu rehabilitieren. Nicht selten gerät dieses Bemühen zu einem Zwang, der die innere Leere nur zeitweilig zu verdecken vermag.

    Durch diese Mechanismen konnte es geschehen, dass viele Vertriebene den Eindruck bekamen, es sei besser zu schweigen oder ganz im Gegenteil möglichst laut zu reden, allerdings ohne das Gefühl zu bekommen, auch Gehör zu finden. Und es ist eben ist nicht nur ein Gefühl: die große Mehrheit unserer Bevölkerung war und ist auf diesem Ohr vollkommen taub.

    Ich denke dies hat auch meinen Vater immer belastet. Natürlich gab es auch in der Familie heiße Diskussionen zu diesem Thema. Diese wurde auch von uns Kindern sehr engagiert geführt und natürlich nicht aus der Sicht des persönlich Betroffenen heraus. Vater stellte sich dieser Diskussion durchaus, aber unerbittlich mit seiner Sicht der Dinge. Es gab Zeiten, da war dies nach meinem Eindruck das bestimmende Thema, was bei geringsten Kleinigkeiten regelmässig zur Eskalation führte, bis man ermüdet diese Diskussionen möglichst mied.

    Letztlich hat sich Walter Neumann in dieser Frage so wohl immer unverstanden gefühlt, heimatlos, und in seinen sozialen Beziehungen gefährdet. Er war sehr misstrauisch persönlichen Beziehungen gegenüber und traute Gefühlen eher nicht über den Weg. Wer den langen Krankheitsweg meines Vaters verfolgt hat und den zunehmenden körperlichen Verfall, aber vor allem auch den geistigen Rückzug aus dem Alltagsleben, wird hier also Erklärungen in seinen Lebensweg sehen.

    Dabei war mein Vater ein toller Mann, ein herzensguter Vater, in seinem Berufsleben sehr erfolgreich und bei seien Schülern offensichtlich geachtet. Er hat mir als Sohn das auf meinen eigenen Lebensweg mitgegeben, was ich als Rüstzeug brauchte. Und nach meiner Überzeugung hat er dies auch anderen gegeben: seiner Familie, seinen Schülern, vielen Kollegen und auch Freunden und Bekannten.

    Ich halte es nun für meine Aufgabe etwas festzustellen, was er wohl immer wieder dachte, aber nicht auszusprechen wagte: Die Vertreibung, auch seine persönliche Vertreibung aus seiner persönlichen Heimat gemeinsam mit seiner Familie war ein Verbrechen und hätte als solches auch offiziell gewürdigt werden müssen. Hierauf hat er leider, wie so viele, in seinem Leben vergeblich gewartet.

    Diese Forderung nach sachlicher Anerkennung des tatsächlich erlittenen Unrechtes tut der Bewertung anderer Verbrechen, die durch Deutsche Anderen zugefügt wurde und die wahrscheinlich noch ungleich schwerer wiegen keinen Abbruch.

    Vertreibung ist grundsätzlich nicht wieder gut zu machen. Von den Heimatvertriebenen aber auch noch zu verlangen diesen Gewaltakt als rechtens anzuerkennen, teilweise sogar zu fordern darüber hinwegzugehen, als habe es gar nicht stattgefunden, das ist tatsächlich unzumutbar, unmenschlich und verwerflich und käme einem zweiten Akt der Vergewaltigung gleich. Genau das ist aber wohl auch der zentrale Punkt, warum viele Betroffene sich gar nicht mehr zu Wort melden.

    Der lebenslange Abschied meines Vaters aus seiner Heimat ist jetzt zu Ende gegangen und ich hoffe, ihm ist es vergönnt, nun die himmlische Freude zu erleben, auf die er als Christ gehofft hat und für deren Erreichen es sich wirklich lohnt, sich anzustrengen.

    Gerne erinnere ich mich aber auch an mehrere gemeinsame Besuche mit meinem Vater in seiner Heimat und ich bin froh, dass es mir gelungen ist, wenigstens sporadisch seine Freude zu spüren, wenn ich im Rahmen meiner Familienforschung wieder das eine oder andere Mosaiksteinchen gefunden hatte, auch um es ihm präsentieren zu können.

    Ich war mir immer bewusst: mein Vater konnte zu recht stolz auf seine Herkunft und Heimat sein und es war ihm wichtig auch die heimatliche Erde zu ehren. Daher habe ich bei einem meiner zahlreichen Besuche in den Orten meiner Familienvorfahren in Heinersdorf a. T. und in Raspenau in den letzten Jahren direkt von den Grabstellen seiner Grosseltern mütter- und väterlicherseits, die ich wiederentdeckt hatte, Erde mitgenommen. Diese konnte ich nun seinem Grabe beigegeben. So bettet ihn nun hier friedländische, gemeinsam mit westfälischer Erde - ein tröstlicher Gedanke.

    Der eine oder andere mag dafür kein Verständnis haben, mir war es wichtig, dass mein Vater am Ende seines Lebensweges endlich auch Zuhause angekommen ist. Respektierend - und auch da bin ich sicher mit meinem Vater Walter einig - unsere eigentliche Heimat liegt eigentlich nicht irgendwo auf dieser Erde, sondern findet sich einzig bei Gott.             

    zurück

                                                                                     

[Willkommen] [Heimatbesuch] [Warum] [Familie] [Stammbaum] [Walter Neumann] [Dokumente] [Spuren] [Orte] [Reisen] [Tepl - Teplá] [Gästebuch] [Disclaimer]